Schlaganfall mit 21 – Schluss mit dem Leistungsdruck

Schlaganfall mit 21 – Schluss mit dem Leistungsdruck

  • Nathalie ist in einer lieben herzlichen Familie groß geworden.
  • Sie hatte seit der Jugend eine eher ungesunde Art, sich selbst zu fordern. Nach außen wollte sie unbedingt perfekt wirken, gute Noten haben, sehr gut aussehen. Sie wollte das kleine, liebe Mädchen von nebenan sein.
  • Doch dann hatte sie mit 21 Jahren einen Schlaganfall. Von einem auf den anderen Tag fiel ihr nach außen hin pompös wirkende Schloss in sich zusammen, weil sie sich nie getraut hat, mal auf ihren Körper zu hören und in sich hineinzuhorchen. Am einen Abend hat sie noch ganz viel gelernt für eine Klausur am nächsten Tag und am nächsten lag sie mit einem Schlaganfall im Krankenhaus zwischen lauter viel älteren Menschen. Erstmal war da ganz viel Groll, warum es genau sie erwischt habe. Wie selbst schmunzelnd sagt, war sie ein guter Mensch, hat anderen die Tür aufgehalten und hatte es in ihren Augen einfach nicht verdient.
  • Doch mit der Zeit hat sie sich begonnen zu fragen, was der Grund dafür gewesen ist. Dann hat sie beschlossen, etwas Positives aus diesem Schlaganfall zu machen. So hat sie sehr früh ein Warnsignal von ihrem Körper bekommen, dass sie so nicht weitermachen kann. Sie hat begonnen, ihr Leben umzukrempeln, achtsamer durch das Leben zu gehen und vor allem auf die Gefühle zu hören.
  • Nicht gerade leichter macht es einem der unendliche Pool an Ablenkung und vermeintlich perfekten Leben, die man auf Social Media sieht. Sie empfiehlt dazu übrigens eine Podcastfolge von Anna Maria Schwarzberg, in der darüber geredet wird, dass wir uns von Social Media und den diversen Bewegungen nicht stressen lassen sollen. Dazu packt sie ihr Handy auch weg, wenn sie arbeitet und vermeidet double screening, also schaut nicht nebenbei noch Serien, wenn sie am Handy ist oder was ähnliches. In Pausen nimmt sie dann gezielt ihr Handy zur Hand und ist ganz bewusst dabei und lässt sich inspirieren. Denn nicht alles daran ist schlecht, man muss nur im Blick behalten, dass es nicht ausartet.
  • Februar 2018 hatte sie den Verdacht auf Lymphdrüsenkrebs, die Ärzte konnten sich das nicht erklären, warum ihre Lymphdrüsen über Wochen so geschwollen waren. Sie hatte schon einen Termin, in dem ihr eine Probe entnommen werden sollte. Doch dann ist sie in den Dialog mit sich selbst gegangen. Sie hat sich einfach für Mai einen Flug nach Barcelona gebucht, weil sie so an sich geglaubt hat und dass sie nicht krank ist. Drei Tage bevor sie fliegen wollte, hat sie erfahren, dass sie keinen Krebs hat. Dann war sie vier Monate auf Reise und hat die Tage einfach mal auf der Dachterrasse verstreichen lassen und sich Zeit für die innere Heilung genommen. Schmerz gehört dazu und wir dürfen ihn nicht einfach wegdrücken.
  • Sie hat auch eine Lektion von ihrem Opa gelernt, der einfach auf einer Bank im Garten saß. Als sie ihn gefragt hat, was er da macht, hat er geantwortet: „Ich bin hier einfach nur.“ Wann nehmen wir uns die Zeit, einfach nur zu sein? Besonders in unserer Generation. Nathalie versucht sich seitdem zwischendurch mehr Zeit zu nehmen, einfach mal an die Decke zu starren, wie sie selbst sagt.
  • Wir huschen sonst so von Ziel zu Ziel, sind niemals zufrieden und denken immer daran, was wir noch erreichen wollen.
  • Besonders schön finde ich, dass Nathalie Seminare mit Schülern macht. Dabei ist ihr wichtig Menschen daran zu erinnern, dass sie auch Gefühle und Schwäche zeigen dürfen, dass niemand perfekt ist. Dadurch entsteht nicht so ein Leistungsdruck. Manchmal redet sie 20 Minuten lang gar nicht, weil die Schüler sich so öffnen und miteinander im Austausch stehen. Da merkt sie dann immer, wie viel ihnen das bringt.
  • Durch den Schlaganfall hat sie gemerkt, dass sie nicht im Bereich Film arbeiten möchte, sondern lieber Menschen helfen will. Natürlich hatte sie am Anfang auch Selbstzweifel, doch im Laufe der Zeit hat sie gemerkt, dass aus dem Herzen zu sprechen und Leuten zu helfen, das sind was wirklich zählt. Zertifikate nur um des Papiers wegen findet sie nicht gut, möchte aber aus Interesse Fortbildungen im Bereich Stressmanagement, Achtsamkeit und Tanztherapie machen. Also Im Prinzip ähnlich wie bei, wir haben wirklich einige Gemeinsamkeiten.
  • Nathalie sagt natürlich auch, dass sie hin und wieder auch in diesen Erwartungsdruck fällt und man nicht zu streng mit sich sein sollte.
  • Das Fazit dieser Folge, traue dich, mehr auf deine Gefühle zu hören und sprich auch mit anderen darüber. Perfekte Fassaden verstärken nur den Leistungsdruck.

Shownotes

 

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