Vom Leben als Freigeist

Vom Leben als Freigeist

Beitragsbild für Folge 29, in der es um das Leben als Freigeist geht.

Renate Sophia Müller macht gerade Work and Travel in Kanada. Sich selbst beschreibt sie als Freigeist und Mutmacherin mit Herz. Ich durfte sie für den Podcast interviewen, um euch an ihrer wunderbaren Lebenseinstellung teilhaben zu lassen. Da das Interview eine Stunde lang ist und ich von euch das Feedback bekommen habe, dass ihr kürzere Folgen praktischer findet, habe ich es in zwei Teile aufgeteilt. Jetzt geht es erstmal mit Teil eins los und nächste Woche kommt dann die Fortsetzung.

Offen Denken

Nach dem Abi war Renate zunächst in Neuseeland, hat dann eine Europareise für ein halbes Jahr gemacht und wurde schließlich Flugbegleiterin. Eigentlich wollte sie studieren, doch ist dann Flugbegleiterin für zwei Jahre geworden. Sie ist super dankbar für die Zeit, weil sie viele Orte bereisen konnte. Letztes Jahr hat sie eher spontan beschlossen eine Yogaausbildung zu machen, ihren Job gekündigt und mit ihrem Partner beschlossen Work & Travel in Kanada zu machen.

Ich finde es spannend, dass sich Renate auch als Freigeist und Mutmacherin vorgestellt hat, weil ich das auch oft tue. Auf die Frage, wie sie einen Freigeist definiert, bekam ich folgende Antwort: ein komplett freier Denker, der alte Denkmuster hinterfragt und offen für Neues ist und weder sich selbst noch andere in Schubladen steckt, weil einen das nur limitiert. Man bezeichnet sich sonst häufig als jemand und sieht dann auch nur diese Person in sich und verpasst dabei, was man noch alles schaffen könnte.

Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Früher hatte ich beispielsweise den limitierenden Glaubenssatz, dass ich super unsportlich bin und insbesondere überhaupt keine Ballsportarten mag. Erst jetzt entdecke ich langsam, dass mir einige Sportarten richtig Spaß machen und ärgere mich darüber, dass ich es mir selbst so schwer gemacht habe. Renate kennt das mit dem Sport und meint, dass man sich manchmal selbst sabotiert, weil man sich immer diese negativen Geschichten über sich erzählt und gar nicht bemerkt, was man alles Geniales kann und wie man über sich hinauswachsen könnte

Ein Leben als Freigeist

Seit sie denken kann, war sie immer so offen, aber hat diese Eigenschaft für schlecht gehalten. Sie hat sich mit ihren Freunden verglichen und fand sich selbst komisch. Als simples Beispiel führt sie an, dass sie bei Filmen immer ganz unabhängig vom Genre begeistert war, weil sie sich selbst nicht in die Schublade gesteckt hat, dass sie ja nur Liebesfilme oder nur Actionfilme guckt. Das kenne ich von Musik, mir muss ein Lied halt gefallen, welches Genre es hat ist mir egal. Natürlich sind das nur ganz einfache Beispiele, aber diese Eigenschaft überträgt sich auf alles im Leben.

Weiterhin wollte ich von Renate wissen, ob sie als Freigeist dann immer alles macht – insbesondere ihre Reisen – ohne dabei Angst zu haben. Doch da hat sie spannenderweise gesagt, dass sie eigentlich super viele Ängste hat. Vor dem Work und Travel in Neuseeland hat sie sich viel über die Finanzierung gesorgt und dass sie am Ende auf der Straße landet. Ihr Tipp ist, einfach ins Handeln zu kommen, weil es nie so schlimm wird, wie man denkt und man so gut gegen die Angst ankämpft. Höre dazu auch gerne mal in Folge 23 sowie Folge 24 rein.

Vetraue dem Leben

Doch dann hatte sie noch ein letztes Bewerbungsgespräch bei der Fluggesellschaft ihrer Träume und wurde dann auch genau da genommen. Es zahlt sich eben aus, nicht aufzugeben und für die eigenen Träume zu kämpfen. Das Leben lässt dich manchmal nur Umwege gehen, damit du letztlich da hinkommst, wo du hingehörst. Außerdem gibt es so viele Beispiele von berühmten Persönlichkeiten, die auch an ihrem Traum festgehalten haben und sich nicht haben demotivieren lassen, wie Joanne K. Rowling, als sie von vielen Verlagen abgelehnt wurde.

Oder als sie sich nach dem Abi für ein Studium der sozialen Arbeit beworben hat und nirgends angenommen wurde, hatte sie kurz Angst, aber dann hat sie einfach beschlossen, weiter zu reisen. Und das ohne reiche Eltern oder so, sondern alles selbst erarbeitet. Zum Glück hatte sie immer schon eine grundsätzliche Hoffnung in sich und war optimistisch gestimmt. Deshalb hat sie sich einfach als Flugbegleiterin beworben, aber wurde auch da erst nicht angenommen. Zum Glück hat sie die Hoffnung nicht aufgegeben, auch wenn es sie natürlich runtergezogen hat. Natürlich hatte auch sie so negative Gedanken wie „ach, war ja klar, dass ich das nicht schaffe“.

Außerdem ist es nur eine vermeintliche Sicherheit, wenn man sich nicht weiterentwickelt und an Umständen festhält, weil man zu viel Angst hat, etwas zu ändern. Doch das ist nur ein Irrglaube, denn man macht sich komplett abhängig davon, dass sich nichts im Leben ändert. Renate hat es so schön ausgedrückt: Man gibt die Kontrolle für das eigene Leben ab. Sie findet es ratsam, die Angst als etwas Sinnvolles zu betrachten, denn sie zeigt dir, wo der Weg lang geht. Manchmal stellt sie sich die Angst lustig vor, als großes Knuddelmonster, das dich beschützen will. Es würde helfen, die Angst locker und liebevoll zu betrachten. Ich finde die Vorstellung unglaublich süß und werde das in Zukunft versuchen.

Widerstände als Freigeist

Anschließend wollte ich von ihr wissen, ob sie bei ihrem Weg gegen Widerstände kämpfen musste. Gerade wenn man nicht studiert, sondern reisen geht, begeistert das ja nicht jede Familie. Renate hat zwar bestätigt, dass es da schon Widerstände gab, aber dennoch habe sie nie an ihrem Weg gezweifelt, denn sie hat immer hinterfragt, was sie wirklich glücklich macht. Sie ist zwar ein harmoniebedürftiger Mensch und ist nicht immun gegen die Konflikte, aber sie hat versucht das von einer positiven Weise zu sehen. Man kann es einerseits als Kontrolle sehen, aber auch als Ausdruck der Liebe und Sorge von ihrer Familie.

Da zeigt sich besonders für mich, was einen Freigeist ausmacht, dass sie gänzlich offen ist und auch für die Sichtweise ihrer Familie vollstes Verständnis hat. Einem Freigeist fällt es leicht zu akzeptieren, dass es verschiedene Meinungen gibt und versucht niemanden vom Gegenteil zu überzeugen. Sie beschreibt es so, dass viele Menschen einfach Recht haben wollen, man sich aber lieber fragen sollte, ob es nicht auch andere Wege gibt.

Damit endet die erste Hälfte des Interviews. In der zweiten Hälfte reden wir darüber, wie Renate trotz der Widerstände ihren Weg gegangen ist. Wenn euch der bisherige Teil gefallen hat, könnt ihr euch schon mal auf nächste Woche freuen.

Und vergiss nie: Du bist wunderbar! Alles Liebe

unterschrift ilka brühl

Shownotes

 

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