Wie gewinne ich mehr Selbstvertrauen?

Wie gewinne ich mehr Selbstvertrauen?

Wie gewinne ich mehr Selbstvertrauen

In der letzten Folge haben wir darüber geredet, was Angst mit uns macht und wie schön es wäre, wenn man einfach wüsste, dass alles gut wird. Selbstvertrauen in sich und die Welt zu haben, erleichtert so vieles, weil wir uns nicht mehr mit den Zweifeln befassen müssen, sondern direkt anfangen könnten diesen Weg zu gehen. Du würdest wahrscheinlich auch viel eher, an deinen Träumen arbeiten, wenn ich dir hoch und heilig versprechen könnte, dass sie in Erfüllung gehen und du dir keine Sorgen machen musst. Falls du Folge 23 noch nicht gehört hast, empfehle ich dir das vorher zu tun.

Beim letzten Mal habe ich dich mit dieser auf den ersten Blick widersprüchlichen Aussage zurückgelassen, dass unsere Ängste uns bremsen und wir ohne Angst durchs Leben gehen sollten, aber andererseits nie ganz frei von Angst sein können. Der Punkt dabei ist, dass wir immer Angst haben, wenn wir uns weiterentwickeln. Manche nennen das vielleicht nicht so, sondern sprechen von Nervosität oder Angespanntheit und gehen scheinbar trotzdem mutig und voller Selbstvertrauen durch das Leben, weshalb du sie bewunderst. Und genau da liegt der wesentliche Unterschied. Diese Leute haben akzeptiert, dass wir uns nicht immer komplett sicher fühlen und in unserer Komfortzone bewegen, aber sie lassen sich davon nicht aufhalten.

Im ersten Teil habe ich gefragt, ob dich das nicht unheimlich beruhigen würde, wenn du wüsstest, dass alles gut wird und du einfach nur machen musst. Das hast du sehr wahrscheinlich bejaht. Was ich damit aber nicht meinte, ist dass du frei von jeglicher Angst bist und dann nur noch machen musst. Wir können unsere Aussage also erweitern auf: „Ich bin wunderbar. Obwohl ich Angst vor neuen Situationen habe, kann ich alles schaffen, was ich will.“ Klar wäre es noch schöner, wenn man gar keine Angst hätte, das will ich nicht leugnen. Aber wenn du dir bewusst machst, dass Angst immer ein Teil von dir sein wird und auch von allen anderen, musst du keine Energie mehr verschwenden dagegen anzukämpfen oder dich ihr hinzugeben. Sag der Angst einfach, dass du weißt, dass sie da ist, aber es dir egal ist und du es einfach trotzdem machst.

Tipps für mehr Selbstvertrauen

Ins Handeln kommen

Genau das ist nämlich der erste und für mich wichtigste Tipp. Es einfach trotzdem machen. Ich habe manchmal Tage, vor allem im Winter, wenn es grau ist, da sitze ich drinnen und meine Gedanken kreisen wie wild. Ich zweifle plötzlich alles an und habe Angst vor so vielen Dingen, mein Selbstvertrauen ist dahin. Meine Gedanken haben mich völlig im Griff, es ist wie ein Karussell, aus dem ich nicht aussteigen kann. Das kann ein ganzes Wochenende so gehen, bis ich gezwungen bin zu handeln, weil ich einkaufen muss oder arbeiten.

Dann merke ich, wie sehr ich in meinem Kopf unterwegs war und wie viele Hirngespinste ich durchgegangen bin. Was bringt es mir denn, mir den Kopf zu zerbrechen, was alles passieren könnte? Das macht es ja dann nicht besser. Wenn ich aber einfach mache, geht es mir viel besser. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen reicht es schon, wenn ich überhaupt erstmal was mache, wie das besagte Einkaufen. Denn dann komme ich mal wieder raus und merke, dass sich das Leben um mich munter weitergedreht hat, wobei ich meine Zeit drinnen mit Zweifeln zugebracht habe.

Aber noch viel effektiver ist es mir einen Plan zu machen, was ich tun würde, wenn ich wüsste, dass es klappt. Greife ich hier wieder mein Beispiel vom Bilderbuch auf. Die Angst, dass die Leute es doof finden und in der Luft zerreißen ignoriere ich dann einfach komplett und sage mir, dass das nicht passieren wird. Ich tue so, als ob das gesetzt ist und entwickle einen Plan, wie ich zu dem Ziel komme. In diesem Plan wird keine Zeit damit verschwendet, dass ich Zweifel habe. Stattdessen gehe ich mit einem großen Selbstvertrauen vor und überlege was der nächste Schritt ist. Beispielsweise Seite 5 fertig machen und genau das tue ich dann. Der Moment, wenn ich anfange ist schon sehr befreiend, aber spätestens, wenn ich dieses Zwischenziel erreicht habe, geht es mir richtig gut und ich glaube wieder an mich.

So ein bisschen nach dem Motto „start before you are ready“ ging es mir damals glaube ich auch mit den Fotos. Wenn du mir schon länger folgst, weißt du, dass ich früher sehr schüchtern war und mich nicht hübsch fand. Dann habe ich mit Fotografen zusammengearbeitet, die Bilder von mir auf ihren Social Media-Kanälen geteilt haben. Da war auch nicht die Reihenfolge, dass ich mir erst genug Selbstbewusstsein angeeignet habe, um mich dafür gewappnet zu fühlen. Sondern es folgte erst die Handlung. Die Fotografen haben die Bilder eingestellt, kurz darauf auch ich. Ob ich nervös war und Angst hatte? Oh ja und wie! Ob ich daran gewachsen bin? Aber volle Möhre!

Lass dich also nicht von der Angst aufhalten, denn es gibt so großartige Erfahrungen, die du verpassen wirst, wenn du dich einigelst. Sicherlich bleiben dir bestimmt auch ein paar herausfordernde Situationen erspart, die du jetzt noch als stressig und belastend einstufen würdest. Doch dein Denken wird sich sehr schnell anpassen, wenn du handelst und deine Angst vor dieser Situation geht verloren.

Viel mehr noch, wirst du ein so tiefes Selbstvertrauen entwickeln, weil du weißt, dass du damit umgehen kannst und daran nur wächst.

Sei kein Opfer deines Lebens

Der nächste Tipp ist, wie du mit dir selbst sprichst und welche Glaubenssätze, du dir selbst immer wieder sagst. Ehrlich mit sich selbst zu sein, ist gar nicht immer leicht. Häufig sagen wir Dinge, wie „ich kann nicht“, meinen aber „ich möchte nicht“ oder „ich bin noch nicht bereit dazu“. Die Aussage „Ich habe keine Zeit dafür“ ist nichts anderes als „Ich messe dieser Sache gerade nicht den Stellenwert bei, den ich müsste, wenn ich das wirklich tun wollte“. Denn wir haben alle Ängste und sich vorzumachen, dass andere viel bessere Grundvoraussetzungen haben, hilft uns nicht weiter.

Wenn du also wirklich etwas verändern willst, rede anders mit dir selbst. Sei ehrlich zu dir, was du jetzt gerade willst und was vielleicht irgendwann mal schön wäre, jetzt aber nicht in dein Leben passt. Selbst wenn du dadurch nichts änderst und für dich feststellst, dass all deine Träume jetzt gerade nicht in dein Leben passen, wird es dir helfen die Angst zu besiegen. Denn du siehst dich selbst dann nicht mehr als Opfer äußerer Umstände, sondern zeigst dir, dass du dein Leben selbst in die Hand nimmst. Das ist ein elementarer Schritt, um Selbstvertrauen aufzubauen.

Vielleicht willst du jetzt ganz bewusst nicht für den Marathon trainieren, weil du in zwei Monaten eh am Knie operiert wirst. Das könnte ich verstehen. Aber in dem Moment, in dem du dir selbst ehrlich sagen musst, warum das so ist, merkst du schnell ob du nur eine Ausrede suchst. Das schlechte Gewissen weiß nämlich eigentlich ganz genau, wenn wir mal wieder prokrastinieren. Wir sind so schnell dabei Sport immer aufzuschieben, weil es ja heute regnen könnte, man gerade erst geduscht hat, man ja irgendwie eine Erkältung ausbrütet usw. Aber wenn du ehrlich zu dir selbst sagst, dass du gerade keine Lust hast, bist du kein Opfer.

Folglich können zwei Dinge geschehen, wenn du dir immer wieder ehrlich eingestehen musst, dass du keine Lust aufs Joggen hast. Entweder passt du deine Erwartungshaltung an, weil du merkst, dass du vielleicht gar keinen Marathon laufen willst und das eigentlich ein Wunsch ist, der von außen an dich herangetragen wurde. Vielleicht weil du es jemanden beweisen wolltest oder es gerade alle in deinem Freundeskreis machen. Oder du merkst, dass du das wirklich willst und nur nicht startest, weil du Angst vor dem Unbekannten hast. Dann wirst du aber viel eher beginnen, wenn du dir nicht immer sagst, dass du ja gerade gar nicht kannst. Sei kein Opfer deines Lebens, sondern nimm es selbst in die Hand. Wiederhole gerne nochmal: „Ich bin wunderbar. Obwohl ich Angst vor neuen Situationen habe, kann ich alles schaffen, was ich will.“

Wie würde dein Mut-Ich handeln?

Der dritte Tipp ist, sich auszumalen, wer du wärst, wenn du ohne Angst handeln könntest. Wenn du bereits ein gutes Selbstvertrauen hättest. Orientiere dich dazu gerne an Menschen, die du dafür bewunderst, dass sie scheinbar so angstfrei einfach alles angehen und spontan Chancen ergreifen. Mal dir ganz detailliert aus, wie dein Mut-Ich aussehen würde. Formuliere dabei nicht im Konjunktiv, sondern stell dir einfach vor, dass es diese Person genau so gibt. Die Mut-Ilka hat keine Angst vor kleinen Parklücken und genügend Selbstbewusstsein, was sollen die auch tun? Mich beißen? Notfalls parke ich da halt nicht ein, wenn es nicht funktioniert. Ach, mir hat dabei jemand zugesehen? Super, dann weiß die Person jetzt, dass es keine Schande ist, nicht direkt perfekt einzuparken und mein Leben weiter geht.

Mut-Ilka macht es auch nichts allein auf Partys zu gehen, weil da ja viele neue Leute sind, die bestimmt spannende Dinge zu erzählen haben. Auch ein Wechsel oder Verlust ihres Jobs ist nicht schlimm, weil man in Deutschland ja erstmal sehr gut aufgefangen ist und sie genau weiß, dass sie arbeitswillig ist und vielseitig interessiert. Dann lernt sie eben nochmal was anderes kennen. Der wohl schwerste Punkt für sie: Mut-Ilka muss auch nicht allen gefallen, weil wir komplett unterschiedlich sind. Ihr gefällt ja auch nicht jeder Mensch, aber mit denen muss sie ja zum Glück nichts zu tun haben. Wenn jemand sie kritisiert, geht sie in sich, ob da was Wahres dran ist und ist dann dankbar, um sich weiterentwickeln zu können. Handelt es sich hingegen nur um Neid oder Boshaftigkeit, vergisst sie die Worte ganz schnell wieder.

Selbstbewusst durchs Leben

Glaub an deine Träume

Natürlich gibt es noch viel mehr, was Mut-Ilka so macht, das sollten nur ein paar reale Beispiele sein. Ich hatte vor ein paar Wochen ein Gespräch auf der Arbeit, vor dem ich Angst hatte, weil es um meine berufliche Zukunft geht. Ich bin einfach mal so offen und erzähle dir davon, denn es betrifft das alles hier. Einfach mal voller Selbstvertrauen sein und offen kommunzieren, was mich bewegt. Wir haben immer einmal im Jahr eine Leistungsbewertung und ich mein Gespräch lief wirklich gut, ich wurde viel gelobt, man sah viel Potenzial. Als Maschinenbauingenieurin ist meine Zukunft damit doch in Stein gemeißelt, oder nicht? Das ist sicher, das ist logisch, das ist vernünftig und bringt mir Geld ein.

Doch ich wusste, dass ich das hier liebe und was ich damit bewirke in der Welt einen klitzekleinen Unterschied macht. Es macht mich einfach unglaublich glücklich den Podcast zu machen und an meinem Bilderbuch zu arbeiten. Neben der Vollzeitarbeit ist das aber wirklich viel Zeitaufwand. Was du bestimmt nicht weiß, ist das hinter jeder dieser kurzen Folgen insgesamt ein Aufwand von vier bis fünf Stunden steckt. Und das jede Woche nur für den Podcast. Da ist noch Social Media, das Bilderbuch und vieles mehr.

Deshalb habe ich mir vor dem Gespräch überlegt, nach Teilzeit zu fragen. Während ich da so gelobt wurde, kam es mir plötzlich falsch vor. Erstens würde ich meinem Chef dann ja mit weniger Zeit zur Verfügung stehen und zweitens wäre es doch Wahnsinn so einen guten Job zu reduzieren, um irgendwelchen Träumen nachzujagen. Was ist da passiert?

Genau, die Angst hat die Kontrolle übernommen. Mein Selbstvertrauen war kurz dahin. Aber dann habe ich mir die Mut-Ilka vorgestellt, wie sie neben mir steht und wie enttäuscht sie wäre, wenn ich jetzt klein beigebe und mich nicht traue zu sagen, was ich denke. Sie hat mich angefeuert und mich ermutigt und dann habe ich es einfach gemacht. Nur weil man darüber redet heißt es ja auch noch lange nicht, dass man den Schritt direkt geht. Aber die andere Seite weiß dann schon mal woran sie ist. Ob das meine Karrierechancen beeinflusst hat? Vielleicht ja, aber das habe ich ja nicht aus einer Laune heraus getan, sondern weil ich das Gefühl schon ewig mit mir rumtrage, dass es mehr in meinem Leben geben muss.

Sei bereit etwas zu wagen

Das Resultat war sogar ein noch viel Mutigeres. Mir wurde nämlich gesagt, dass Teilzeit sehr schwierig sei, aber ich mich für ein Jahr freistellen lassen könnte mit Wiedereinstellzusage. Ein Jahr ganz ohne sichere Einkünfte. Wieder habe ich Mut-Ilka dazu geholt und sie hat gesagt, tu es, hör auf dein Herz, aber erst, wenn du genug zur Seite gelegt hast, dass du ein Jahr ohne Einkünfte überleben könntest. Ich glaube nicht daran, dass ich nichts verdienen werde in dem Jahr, weil ich vielfältig interessiert bin und Chancen ergreife, die sich mir bieten. Aber es beruhigt natürlich und nimmt einem die Angst.

Mehr hat sich seitdem noch nicht ergeben, den genauen Zeitpunkt werden wir noch festlegen, vermutlich irgendwann im Jahr 2020. Schon jetzt hat es aber so viel bewirkt. Ich habe mir mal wieder selbst gezeigt, dass ich mein Leben in der Hand habe. Dass kein Weg verrückt ist, wenn er sich richtig anfühlt. Das ist für mich Selbstvertrauen pur. Mutig sein wird belohnt, wenn man den Verstand nicht ganz ausschaltet. Aber man muss offen sein für veränderte Rahmenbedingungen. In meinem Kopf hatte ich fest mit einer Teilzeit gerechnet, dieser neue Weg bietet so viel mehr Raum für Angst und Scheitern. Aber eben auch für Freiheit und das Erforschen neuer Möglichkeiten.

Mut wird belohnt

In diesem Sinne: Trau dich auf dein Herz zu hören und akzeptiere die Angst. Natürlich habe ich auch Angst davor, aber ich lasse mit davon einfach nicht aufhalten. Ich verschwende meine Zeit (meistens) nicht damit über mögliche negative Folgen nachzudenken, sondern mache einfach, was mein Herz mir sagt. Damit auch dir das gelingt, fasse ich hier nochmal meine drei Tipps zusammen.

  • Komm ins Handeln. Lass dich nicht von Gedankenspiralen gefangen nehmen, geh eine Runde um den Block und überlege dir dann, welche kleinen Zwischenziele nötig sind, um dein großes Ziel zu erreichen. Anschließend fang einfach damit an, denn nichts motiviert so sehr, wie erste Erfolge zu sehen.
  • Verändere, wie du selbst mit dir sprichst. Sei ehrlich zu dir und anderen. Wenn du keine Lust hast oder deine Prioritäten anders setzt, dann sag nicht, dass du nicht kannst. Du könntest, aber es hat für dich gerade keine hohe Wichtigkeit bzw. andere Dinge sind dir wichtiger. So fühlst du dich nicht schlecht, weil du das andere nicht machst oder erkennst, dass du etwas an deinen Prioritäten ändern musst.
  • Überlege dir wie deine Mut-Persönlichkeit voller Selbstvertrauen aussieht und nimm sie als Begleiter überall hin mit.

Ich hoffe sehr diese Doppelfolge hat dir geholfen. Mir war es wichtig sehr ehrlich mit dir zu sein, dir zu zeigen, dass auch ich vor ganz banalen Dingen Angst habe, wie Einparken, aber auch, dass ich mich davon nicht bremsen lasse und sogar so verrückte Dinge tue, wie einen sicheren, gut bezahlten Job zu unterbrechen, wenn mein Herz sagt, dass es das richtige ist. Ich habe einfach so ein Urvertrauen in mich, meine Fähigkeiten und dieses Leben. Es wird schon alles so kommen, dass es richtig ist. Mit dieser Einstellung, kann mich das Leben immer wieder überraschen ohne dass ich es fürchte.

Mich würde wahnsinnig interessieren, wovor du Angst hast und was deine Träume sind. Verrate es mir doch in meiner Team Wunderbar Facebookgruppe, in der wir uns zu dem Thema austauschen und gegenseitig ermutigen können. Vielleicht hilft es dir ja zu mehr Selbstvertrauen

Bis zur nächsten Folge.

Alles Liebe,

unterschrift ilka brühl

Shownotes

 

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