Ich will keine Angst mehr haben

Ich will keine Angst mehr haben

Folge 23 - ich will keine Angst mehr haben

Wir alle haben dauernd vor etwas Angst, was uns das Leben viel schwerer macht, als es sein müsste. Angst ist in vielen Fällen ein Zeichen mangelnden Selbstvertrauens, denn sie sagt aus, dass wir nicht daran glauben, dass wir die Situation hinbekommen. Sei es vor einem Bewerbungsgespräch, einem Jobwechsel, jemandem mal die Meinung zu sagen. Wir fürchten uns vor den Konsequenzen, die wir noch nicht absehen können. Nicht selten sind wir nicht glücklich in einer bestimmten Situation, aber ändern dennoch nichts, weil die Angst uns zuflüstert, dass es danach ja noch schlimmer werden könnte.

Angst hält uns gefangen

Habe Vertrauen in das Leben

Natürlich kann es noch schlimmer werden, aber vielleicht wird es ja auch besser. Und selbst wenn es schlimmer werden sollte, was ja auch nur ein einem Teil der Fälle überhaupt passieren würde, dann können wir doch wieder etwas ändern. Wenn wir einfach das Vertrauen in das Leben und uns selbst haben, dass alles gut wird, scheuen wir diese Reise erst gar nicht so. Wer sagt denn, dass wir sobald wir erwachsen sind, alles im Griff haben müssen und einen festen Punkt im Leben erreicht haben müssen?

Wenn wir mal davon ausgehen, dass wir nur dieses eine Leben haben, möchte ich möglichst viel ausprobieren und meine Möglichkeiten ausreizen. Früher hatte ich vor viel mehr Dingen Angst als heute. Woran das liegt? Ich habe so ein mächtiges Urvertrauen, dass sich am Ende alles fügen wird. Zweifelsohne gehört dazu auch, mal schlechte Phasen zu haben, denn nur so kann man ja auch herausfinden, was man nicht im Leben haben will und gezielt etwas dagegen unternehmen.

Wenn du im Leben wirklich etwas willst, plädiere ich immer dafür, diesen Weg einzuschlagen. Am besten nicht total ungeplant, aber auch nicht tot analysiert. Und wenn es nicht direkt funktioniert, macht das auch überhaupt nichts. Wer immer wieder Mittel und Wege sucht, seinen Traum zu leben oder sein Ziel zu erreichen, wird das auch tun, davon bin ich überzeugt. Mag sein, dass es etwas anders ist, als ursprünglich gedacht, aber das macht ja nichts. Wir entwickeln uns genauso weiter wie unsere Träume.

Tu so, als ob der Erfolg sicher sei

Stell dir jetzt einfach mal vor, dass du wüsstest, dass schlussendlich alles klappt, was du willst, solange du offen für Varianten des Weges bist und deinen Traum nie aus den Augen verlierst. Ist das nicht ein unheimlich beruhigendes Gefühl? Du kannst dich dann vollkommen auf die Umsetzung konzentrieren und die Zeit wirklich sinnvoll nutzen, weil du sie nicht mit Zweifeln verschwendest. Oder Prokrastinieren, was häufig auch ein Ausdruck davon ist, dass du nicht zu 100% hinter der Sache stehst und sie deshalb aufschiebst.

Mir geht es mit meinem Bilderbuch so. Ich arbeite jetzt seit über einem Jahr daran und könnte längst fertig sein. Manchmal habe ich Phasen, da klappt das auch ganz hervorragend. Ich arbeite so vor mich hin, bin zufrieden mit den Ergebnissen und habe unglaublich viel Spaß dabei.

Doch dann setzt der Kopf wieder ein und quält mich mit Fragen, wozu ich das überhaupt mache, wen das denn interessieren würde, wie überlaufen der Markt doch sei und dass meine Zeichnungen hässlichen seien. So viele negative Gedanken, so viele Zweifel. Das Resultat ist bisher immer gewesen, dass ich das Buch nochmal ganz von vorne in einem neuen Stil angefangen habe oder es ein paar Wochen zur Seite gelegt habe.

Im Laufe der Zeit ist dann zum Glück das Selbstvertrauen immer wieder gekommen und ich konnte weitermachen. Denn tief in meinem Herzen ist da einfach dieses Gefühl, dass das niemals umsonst sein wird. In diesem Buch steckt jetzt schon so viel Liebe von mir, ganz egal wie viele Leute es lesen, es hat sich schon gelohnt. Sei es nur ein Kind mit leuchtenden Augen, das es vorgelesen bekommt, hat es sich schon gelohnt. Und wenn ich dann dabei bleibe und mich umsehe, was sich für Chancen ergeben und einfach das nächste Buch mache und wieder das nächste, dann wird es klappen. Ich weiß das. Ich spüre das.

Viele Zweifel sind unbegründet

Genau dieses Gefühl möchte ich in dir auch hervorrufen. Ich möchte, dass du an dich selbst glaubst und an deine Träume. Natürlich gibt es Dinge, da sage sogar ich, dass es sehr schwierig werden könnte. Wie wenn mir eine 99 jährige Frau erzählen würde, dass sie gerne noch 10 Kinder bekommen möchte.

Aber die meisten Wünsche, die wir hegen, sind doch absolut nicht unrealistisch, auch wenn wir selbst das gerne meinen. Du hast eine Familie und wenig Zeit, möchtest aber gerne mal einen Marathon laufen? Oder ein Buch schreiben? Lieber auswandern? Gar die Welt bereisen? Ist alles absolut im Bereich des Möglichen, solange du nie aufhörst daran zu glauben, offen bist Chancen zu ergreifen, die sich dir bieten und konkret was für deine Ziele tust.

Aber all das fällt dir viel leichter, wenn du jetzt schon weißt, dass es klappen wird. Wenn ich dir jetzt die Hand darauf geben würde, dass du einen Marathon laufen wirst und das erfolgreich, wirst du deine Zeit nicht mehr damit verplempern, zu zweifeln. Sondern du wirst dir die Schritte überlegen, die dafür nötig sind und sie einfach abarbeiten.

Sieh das Ganze mal als Kochrezept. Stell dir vor, du hättest große Zweifel daran, dass das Essen was wird, wenn du dich an das Rezept hältst. Du würdest vor dem Hinzufügen jeder Zutat ewig darüber nachdenken, nochmal die möglichen Folgen googlen, Leute um Rat fragen, lieber stattdessen Fernsehen und vieles mehr.

Entweder würdest du am Ende verhungern oder auswärts essen gehen. Vielleicht würdest du sogar letztlich kochen, aber einfach so viel länger brauchen und dabei überhaupt keinen Spaß haben, weil der ganze Prozess von Angst begleitet war. Also erspar dir das doch, glaube an dich und konzentrier dich nur noch auf die einzelnen Schritte.

Die Angst vor alltäglichen Dingen

Angst bereitet dich nicht vor

Möglicherweise hast du die Folge aber nicht angemacht, weil du dich nicht traust, deine Träume zu verfolgen und Veränderungen einzugehen, sondern du hast Angst, vor vielen Dingen, die dir einfach so passieren könnten, wie Krankheit, der Verlust einer geliebten Person und vieles mehr. Natürlich sind das furchtbare Situationen, die ich niemanden wünsche, aber wenn wir uns davor fürchten, treten sie nicht weniger wahrscheinlich auf.

Du kannst also deine Zeit damit verbringen, dich zu fürchten, was alles passieren könnte und wenn es dann eintritt … dann was? Fällt es dir dann leichter? Kannst du dann sagen, „ach, die Krankheit trifft mich weniger stark, weil ich ja schon die ganze Zeit darauf gewartet habe?“. Wohl eher nicht.

Wenn du aber dein Leben genießt und die Grundeinstellung hast, dass du das Beste aus jeder Situation machst, wirst du auch viel besser mit Schicksalsschlägen umgehen können. Viele Studien zeigen, dass kranke Menschen, die an die Besserung glauben und positiv denken auch häufiger genesen, als pessimistische Menschen. Oder in Folge 20 zum Thema Einsamkeit bin ich über eine Studie gestolpert, die aufzeigt, dass unglückliche Menschen nachweisbar weniger alt werden. Der Einfluss wurde sogar größer gewertet, als von Fettleibigkeit und Rauchen.

Wer nichts wagt, der nichts gewinnt

Mach dich jetzt bitte nicht verrückt, jeder hat mal Phasen, in denen es nicht so läuft, das ist damit nicht gemeint. Auch mir geht es so und wahrscheinlich den meisten anderen auch. Alles was ich mit dieser Folge erreichen möchte, ist dass du dir bewusst machst, dann dir die Angst überhaupt nichts bringt. Sie hemmt dich, hält dich in Situationen fest, die du nicht magst und all die Dinge, vor denen du dich fürchtest, kommen trotzdem auf dich zu.

Angenommen du wirst trotzdem krank oder verlierst jemanden, hast du zwei entscheidende Nachteile gegenüber jemanden, der sich davor weniger Sorgen gemacht hat. Erstens hast du die Zeit davor nicht so genießen können, nicht im Hier und Jetzt gelebt und zweitens kommst du auch schlechter mit der Situation klar. Dir fehlt dann ein bisschen diese Stehaufmännchenmentalität.

Es ist eher so ein „Ich wusste ja schon immer, dass es so kommen wird, jetzt habe ich den Salat.“ Wer davor schon unerschrocken durch das Leben gegangen ist und darauf vertraut hat, dass sich schon alles fügen wird, sucht auch in schlimmen Situationen viel schneller nach Lösungen und kommt besser damit klar.

Mein Kredo ist, dass ich alles schaffen kann, was ich will. Ich sage mir dann gerne: „Ich bin wunderbar und kann alles schaffen.“ Das schöne daran, ich kann aber muss nicht. Viele Dinge, die mich gar nicht reizen, werde ich auch niemals ausprobieren. Aber es tut gut zu wissen, dass ich könnte.

Urängste und anerzogene Ängste

Vielleicht wirst du mir Recht geben, dass die Angst uns nicht weiterbringt. Oder du bist noch am Zweifeln, denn Angst hat ja auch etwas positives. Es gibt durchaus Ängste, die oft noch aus der Steinzeit kommen, die uns zum Überleben helfen sollen. Viele dieser Ängste sind aber heute nicht nötig und bremsen uns nur. Außerdem unterscheide ich da persönlich für mich immer in diese häufig sinnvollen Urängste und die anerzogenen Ängste.

Natürlich bin ich keine Wissenschaftlerin und all das ist nur ein Erklärungsversuch für mich selbst, aber ich komme damit immer sehr gut zurecht. Die meisten Ängste, die wir haben, bringen uns nämlich tatsächlich nichts, sondern sind anerzogen – beruhend auf den gängigen Normen und Wertvorstellungen. Wir haben also oft gar nicht Angst vor der Sache selbst sondern vor den Reaktionen unserer Mitmenschen.

Der Kampf gegen die Angst

Die Angst überwinden

Aber wie klappt es denn jetzt, dass wir keine Angst mehr haben? Gar nicht ist die Antwort.

Ich höre schon deinen Aufschrei, warum ich eben so einen langen Vortrag darüber gehalten habe, wie schlecht Angst für uns ist und jetzt erkläre ich dir, dass wir sie nicht loswerden? Na ja okay, ich gebe zu, dass das nicht ganz wahr ist. Aber Tatsache ist, dass du immer wieder Ängste in deinem Leben haben wirst. Es gibt keinen Trick, wie du angstlos durch das Leben gehen kannst, denn neue Situationen oder solche, die wir selten erleben, lösen eben dieses Gefühl in uns aus. Mit selten erleben meine ich beispielsweise, dass Leute häufig Angst vor dem Auto fahren haben, die es selten tun.

Aber hier kommt die gute Nachricht. Je öfter du dich der Angst stellst, weil du ja jetzt tief in deinem Herzen weißt, dass am Ende alles gut wird und Mut belohnt wird, desto weniger ängstlich bist du. Vor ganz bestimmten Tätigkeiten wirst du die Angst komplett ablegen können, wenn du sie oft genug machst.

Also ein Gewohnheitstier bleiben?

Falls du bis hier eher skeptisch zugehört hast und zur Sorte Gewohnheitstier gehörst, wirst du jetzt vielleicht jubelnd anmerken, dass es dann doch viel leichter sei, einfach gar nichts zu verändern. Denn unser Alltag macht uns meistens keine Angst, weil wir die Abläufe immer und immer wieder erleben. Auch ich falle manchmal in dieses Muster und denke, dass ich das Buch einfach verwerfen kann, dann können auch keine negativen Kritiken darüber erscheinen und es gibt nichts, was mir passieren könnte.

Doch wenn du so denkst, machst du dich unglaublich abhängig davon, dass sich wirklich nichts ändert. Und wie wahrscheinlich ist es, dass du bis zum Rest deines Lebens genau so weitermachen kannst? Dass du auf der Arbeit die gleiche Tätigkeit ausüben kannst ohne jede Veränderung? Oder deine Freunde und Familie alle in deiner Nähe wohnen bleiben und ihnen nichts passiert? Sich das Klima nicht ändert? Die Bevölkerungen durchmischen? Es gibt kein konstantes Leben, das ist leider ein Trugschluss.

Offen für Veränderungen sein

Aber wenn du offen für Veränderungen bist und weißt, dass die Angst etwas ganz normales ist, das du besiegen kannst, wenn du dich zu Veränderungen traust, dann kannst du jede Situation in deinem Leben schaffen. Also geh doch lieber gleich die Veränderungen ein, auf die du Lust hast und trainiere so dein Selbstvertrauen, als dass du dich irgendwann von äußeren Umständen überraschen lässt. Denn „Du bist wunderbar und du kannst alles schaffen, was du willst.“

Akzeptiere die Angst

In diesem Teil habe ich darüber geredet, was Angst mit uns macht und dass sie völlig normal ist. Die größten Punkte aus dieser Folge sind:

  • Du bist nicht allein, alle Menschen haben Ängste.
  • Die wenigsten Ängste sind uns angeboren, sondern die meisten anerzogen. Dieses Wissen können wir nutzen, um sie besiegen, weil sie nur anerzogene Verhaltensmuster darstellen.
  • Wenn du wüsstest, dass deine Träume klappen, solange du nur etwas dafür tust und bereit bist Chancen zu ergreifen, könntest du dir viel Zeit mit Zweifeln sparen und einfach machen.
  • Angst lähmt uns und ist ungesund, wer beispielsweise bei Krankheit positiv bleibt, hat höhere Chancen auf Genesung.
  • Wir werden immer vor etwas Angst haben. Es gibt keine Tablette, die wir nehmen, um für immer angstfrei zu sein. Aber es gibt Übungen, wie wir damit besser umgehen können und die Angst akzeptieren können, indem wir Selbstvertrauen gewinnen.

Im zweiten Teil dieser Folge wird es genau darum gehen, wie wir das Selbstvertrauen entwickeln können, um mit der Angst fertig zu werden.

Alles Liebe,

unterschrift ilka brühl

Shownotes:

 

4 Responses

  1. Susanne sagt:

    Herzlichen Dank für diesen anregenden und weiterführenden Beitrag!
    Und Dein Kinderbuch interessiert mich auch sehr.
    Hast Du bereits ein früheres veröffentlicht?
    LG
    Susanne

  2. x sagt:

    Vielen lieben Dank für deine wunderbare Arbeit 🙂

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