Stress mit der Familie

Stress mit der Familie

Hallo du wunderbarer Mensch,

ich hoffe du genießt gerade die freie Zeit bei bestem Wetter. Es kann gut sein, dass du gerade zu Ostern deine Familie besuchst oder selbst zu Besuch hast, was– wenn wir mal ganz ehrlich sind – in den meisten Fällen gemischte Gefühle in uns auslöst. In vielen Familien schwelen mehr oder weniger große Konflikte, was ja auch ganz natürlich ist, da eine Verwandtschaft noch lange nichts darüber aussagt, dass man ähnliche Ansichten oder Interessen hat, im Gegensatz zu Freunden, die man sich ausgesucht hat.

Ein Klassiker ist beispielsweise ein Selbstständigkeitskonflikt zwischen Eltern und deren Kindern. Selbst wenn die Kinder schon längst erwachsen sind, fühlen sie sich häufig bevormundet. Entsprechend genervt reagieren sie auf Ratschläge oder Tipps von den Eltern, selbst wenn diese das überhaupt nicht so gemeint haben. Jede Aussage wird viel kritischer auseinandergenommen und im Fall zweideutiger Aussagen direkt auf die schlimmste Weise aufgefasst. Hierdurch schaukeln sich Situationen schnell hoch, in denen eigentlich überhaupt nichts vorgefallen ist.

Möglicherweise werden auch immer wieder alte Geschichten ausgepackt, in denen man selbst nicht so gut weg kommt. Auch wenn das in den seltensten Fällen in böser Absicht geschieht, kann das schnell so wirken. Dabei löst die gleiche Erinnerung in unterschiedlichen Menschen verschiedene Gefühle aus. Die Eltern erzählen von einem kindlichen Missgeschick bestimmt sehr schmunzelnd und voller Liebe, dahingegen fühlt sich das Kind getadelt und im schlimmsten Fall bloßgestellt. Folglich wird die Grundstimmung sinken und die Antwort eisiger geschweige denn unfreundlicher ausfallen.

Es gibt viele Möglichkeiten, die zu einem Streit führen können. Je nachdem wie ausgeglichen man selbst ist, geht man aber komplett unterschiedlich damit um. Wenn ich gestresst bin, nehme ich Aussagen von Familie, Freunden und Kollegen ganz anders auf, als wenn ich tiefenentspannt bin. Deshalb sage ich ja auch häufig, dass wir weniger Probleme auf der Erde hätten, wenn mehr Menschen in sich selbst ruhen würden. Obwohl das natürlich eine sehr plakative Aussage ist, hat sie dennoch einen wahren Kern. Während der Schulzeit lernen wir so viele Dinge, werden in den verschiedensten Bereichen ausgebildet, können Gedichte analysieren und Gleichungen auflösen, aber der Umgang mit uns selbst und anderen Menschen kommt einfach zu kurz. Es gibt so vielfältige Möglichkeiten, wie man das ändern könnte. Theaterkurse, Yoga, Meditation, Psychologie, um nur ein paar zu nennen, eröffnen uns mehr Einblicke in unsere eigene Gedankenwelt und die der anderen.

Stattdessen unterdrücken wir unsere Gefühle, lernen schnell, dass man stark sein muss und kaum einer will auf die Frage „wie geht es dir?“ eine ehrliche Antwort bekommen. Weder die anderen noch wir selbst wissen häufig, wie es uns wirklich geht. Weil wir uns gar nicht die Zeit nehmen, in uns hineinzuhorchen. Vielmehr daddeln wir am Handy, unterdrücken unsere Gefühle und tun so als ob alles in Ordnung ist.

Toleranz durch innere Zufriedenheit

Warum ich das alles erzähle? Wie ich von Ostern zu dieser Kritik an unserer Gesellschaft komme? Seit ich mich mit diesen Themen befasse, stelle ich immer wieder einen Zusammenhang zwischen unserer eigenen tiefen Zufriedenheit und dem Umgang mit anderen Menschen fest. Früher habe ich mich sehr schnell kritisiert gefühlt, mich gerechtfertigt und erklärt. Heute weiß ich genau, was meine Stärken und Schwächen sind, was ich im Leben erreichen will und was mir egal ist. Obendrein ist es mir nicht mehr wichtig einzelnen Leuten zu gefallen, weil ich so ein tiefes Vertrauen in mich und diejenigen habe, die mich genau so nehmen, wie ich bin. Dann würde Tante Hildegard halt häufiger putzen, soll sie doch ihre Lebenszeit damit verschwenden. Und wenn Nachbar Edgar Karriere für so wichtig hält, kann er die ja gerne machen. In seinem Leben. Mit seinen Ressourcen.

Mit anderen Worten beeindruckt oder nervt mich das nicht mehr, weil ich erstens nicht alles als Angriff auffasse und zweitens über Kritik hinwegsehe. Ich schalte dann in so einen Buddha-Modus, wie ich ihn immer lachend nenne. Das heißt ich lächle einfach, was nach außen freundlich wirkt und den Konflikt nicht weiter anstachelt, wobei das Lächeln innerlich verschiedene Ausprägungen haben kann: ausgeglichen, mitleidig, gönnerhaft, zweifelnd, ignorierend, überheblich und so viel mehr. Je nachdem mit wem ich es zu tun habe und wie mein Gegenüber so drauf ist. Bevor das jetzt falsch rüberkommt, wenn ich mit dir rede und dabei lächel, meine ich das höchstwahrscheinlich auch so, insbesondere wenn wir uns normal unterhalten. Aber es hilft mir, wenn mir jemand etwas erzählt, das ich für absoluten Blödsinn halte, einfach darüber hinwegzulächeln. Solange es nichts menschenfeindliches oder so ist, spare ich mir meine Energie lieber und lasse die Person in dem Glauben. Was bringt es mir denn, wenn die Person am Ende sagt, dass ich eigentlich Recht habe? Und wäre das überhaupt so? Vielleicht bin ja auch ich auf dem Holzweg oder es gibt in dem Punkt kein richtig und kein falsch.

Unter dem Strich hilft es mir und dir bestimmt auch, toleranter zu sein, was die Meinungen und Handlungen anderer Menschen angeht. Frage dich doch mal:

  • Wieso sollte meine Meinung richtig sein?
  • Was bringt es mir, wenn wir das jetzt ausdiskutieren und ich Recht bekomme?
  • Ist mir dieses Thema wirklich so wichtig oder geht es hier eher ums Prinzip?
  • Was könnte die andere Person veranlassen sowas zu sagen? Will sie mir wirklich weh tun?
  • War diese Spitze überhaupt auf mich bezogen oder eher eine generelle Aussage?

Meditation für deinen Selbstwert

Abschließend möchte ich dich noch zu einer kleinen geführten Meditation einladen. Seit ich den Podcast habe, befasse ich mich damit, wie unsere eigenen Gedanken unsere Zufriedenheit und unser Sein beeinflussen. Meditationen sind eine tolle Möglichkeit in uns hineinzuhorchen und zudem aktiv unsere Gedanken zu gestalten. Wenn man damit anfängt, so wie ich, ist man davon aber schnell überfordert, wenn es still ist. Man schweift mit den Gedanken ab und ist nicht bei der Sache. Geführte Meditationen nehmen dich an die Hand, indem sie über konkrete Anweisungen einen Rahmen festlegen. Auf diese Weise meditiere ich auch sehr gerne, mal mehr oder weniger erfolgreich. Häufig spukt mir zu viel im Kopf herum, was ich aber als Anlass nehme, es weiter zu tun. Zumal es da auch kein richtig oder falsch gibt, wie in so vielen Bereichen der Selbstwahrnehmung. Jeder Versuch, jede Sekunde, die wir mit unseren eigenen Gedanken verbringen ist eine Bereicherung.

Also wenn du Lust hast, setze dich bequem hin und schließe die Augen und lausche meiner Stimme. Das klappt natürlich im Podcast wesentlich besser, als hier geschrieben.

Um ganz bei dir anzukommen, machen wir eine kurze Reise durch deinen Körper. Setze dich aufrecht hin, als ob jemand dich an deinem Kopf sanft nach oben zieht, aber nur so weit, wie es auch bequem für dich ist. Konzentriere dich nun ganz auf deine Atmung ohne sie zunächst zu beeinflussen. Spüre, wie der Atmen kommt und geht … kommt und geht. Du musst überhaupt nichts dafür tun, all das passiert automatisch. Fühle mal, wie sich deine Brust hebt und senkt. Du kannst eher in die Brust atmen oder auch ganz tief in deinen Bauch. Während du atmest, vergrößert und verkleinert sich deine Lunge und Sauerstoff gelangt in dein Blut. Im Hintergrund laufen so viele Prozesse ab, ohne dass du etwas dafür tun musst. Horche nun mal in dich hinein, wie viel du spüren kannst, von diesem Wunder des Lebens.

Durch die Konzentration ist deine Atmung wahrscheinlich viel gleichmäßiger und tiefer geworden. Ist dir eigentlich bewusst, wie großartig du bist? Du bist voller Leben, ein wahres Wunder. Deine Anwesenheit auf dieser Erde bietet dir so viele Möglichkeiten, die du alleine wählen kannst. Niemand sonst kann wissen, was du brauchst. Nur du selbst. Solange andere Leute nicht in deinem Körper stecken und dein Leben leben, können sie niemals beurteilen, was gut für dich ist. Sie können dir gut gemeinte Ratschläge geben, die bestimmt auch häufig zutreffen, wenn sie dich gut kennen. Aber Menschen und ihre Gefühle sind so komplex, dass nur du wirklich wissen kannst, was du brauchst und willst. Verlasse dich ganz auf deine eigene Intuition und umarme dich gedanklich einmal selbst. Fühle, wie du dir selbst ganz viel Kraft gibst und wie du an dich glaubst. Sage dir selbst jetzt mal, was du an dir magst, worauf du stolz bist.

Vielleicht fiel es dir leicht etwas zu finden, wenn du schon Selbstvertrauen aufgebaut hast, vielleicht war da aber auch eine zweifelnde Stimme, die dir das selbst nicht geglaubt hat. Doch du kannst mir glauben, dass du es dir nicht erst verdienen musst, dass du stolz auf dich bist. Du bist hier auf dieser Welt und lebst dein Leben, was wirklich nicht immer leicht ist. Alleine darauf kannst du schon unglaublich stolz sein. Es gab und gibt sicherlich so viele Situationen, die dich straucheln lassen und dennoch bist du jetzt hier und hörst diesen Podcast, was bedeutet, dass du motiviert bist, an dir selbst zu arbeiten. Aber weißt du was, das musst du gar nicht. Wenn du dich mit diesem Thema befasst, bist du ein Mensch, der Fehler nicht nur bei anderen sucht, sondern vielleicht sogar eher bei sich selbst. Das ist sehr löblich und macht dich zu einem empathischen Menschen. Aber geh nicht härter mit dir ins Gericht als mit anderen. Denk jetzt mal an eine Situation in deinem Leben, in der du jemandem anderen geholfen hast und sei es noch so eine kleine Tat.

Na? Ist dir etwas eingefallen? Wahrscheinlich hast du schon einige Male für ein Lächeln bei anderen gesorgt. In diesem Moment hast du ein anderes Leben positiv beeinflusst und dafür möchte ich dir gerne danken. Sieh mal, wie wertvoll du für die Welt bist. Ich bin wirklich froh, dass es dich gibt. Und jetzt zieh mal die Mundwinkel nach oben und spüre dieses herrliche Gefühl. Genau das hast du in einem anderen Menschen auch hervorgerufen, wie genial ist das denn? Wie wertvoll du bist, das ist einfach unglaublich. Wir sind alle wichtig und wertvoll, auf unsere ganz eigene Art. Nicht alle Menschen passen gut zusammen, aber das ist auch gar nicht nötig. Finde Menschen, die dieses Lächeln in dir hervorrufen.  Wenn du die Tage jetzt das Gefühl hast, das jemand dich kritisiert oder so, erinnere dich an dieses herrliche Gefühl, wie wertvoll du bist, wie stark und zufrieden. Lächle einfach über die Kritik hinweg, denn nur du weißt, warum du so handelst und was gut für dich ist. Ganz egal wie du dich entscheidest, du bist unendlich wertvoll und wirst geliebt, von dir selbst und von anderen. Danke, dass es dich gibt.

Öffne nun langsam die Augen und mache die Bewegung, die dir jetzt gut tut.

Was denkst du

Ich freue mich sehr, dass du bis hier zugehört hast, denn so kleine Meditationen können auf Dauer unglaublich viel in dir bewegen. Schreibe mir sehr gerne in den Kommentaren bei Instagram oder Facebook sowie in meiner Facebookgruppe Team Wunderbar, wie dir das gefallen hat und ob ich das häufiger machen soll. Außerdem würde wirklich interessieren, ob es dir leicht fiel, etwas positives an dir zu sehen und dich zu konzentrieren. Oder bist du ein kompletter Meditationsneuling und warst etwas überfordert von deinen Gedanken? Wenn ja, keine Sorge, das ist absolut normal. Es gibt viele Apps und Podcasts zu dem Thema, falls du jetzt Lust bekommen hast, dich damit zu befassen. Und hinterlass mir sehr gerne eine positive Bewertung bei iTunes, denn die hilft mir, den  Podcast bekannter zu machen und ich freue mich einfach riesig über jede einzelne, wie vor Kurzem von Renate: „Ilka spricht mir so sehr aus dem Herzen. Sie redet über Themen, die mich ermutigen für meine eigenen Träume loszugehen und mich zu trauen, für mich einzustehen. Danke Ilka, du hast eine wundervolle Stimme und ein liebevolles Sein. Mach weiter so!!!“

Danke liebe Renate, wenn ich sowas höre, bin ich total berührt und will am liebsten gleich zehn weitere Folgen aufnehmen, weil ich merke, dass es wirklich jemanden bewegt und berührt. Vielen, vielen Dank.

Weil du über Ostern bestimmt viel Zeit zum Podcasthören hast, möchte ich dir schnell nochmal ein paar Folgen von mir empfehlen, die dir bei deiner Familie auch weiterhelfen können. Falls du sie schon kennst, höre sie gerne nochmal, dabei achtet man ja meist auf ganz andere Dinge.

Weitere Empfehlungen

In Folge zwei geht es direkt um die Meinung anderer und wie du dich von Erwartungen löst.

In Folge drei geht es um Selbstliebe und wie du heute wahrscheinlich gemerkt hast, ist das ein ganz wichtiger Grundpfeiler für den Umgang mit anderen und dass du nicht alles direkt als Kritik auffasst. Denn häufig übertragen wir nur unser negatives Selbstbild auf die Taten und Worte anderer. Wenn du schon dabei bist, ist die Kurzgeschichte in Folge 17 auch hilfreich.

Vielleicht bist du auch ungerne in Gesellschaft anderer, weil du empfindlich auf deren Geräusche oder Gerüche reagierst. Dann höre mal in Folge sechs und zwölf zum Thema Hochsensibilität rein.

Manchmal tun uns Menschen aber wirklich nicht gut und wollen uns ein Leben aufzwingen, das wir selbst nicht wählen würden. Es ist sehr schwierig, aber manchmal nötig sich dann mindestens vorübergehend voneinander zu trennen. Von diesem schwierigen Schritt, berichtet in Folge zehn Sabrien von YourSlamTV.

Vielleicht sind es auch gar nicht die Leute, sondern dein genereller Gemütszustand? Dann habe ich in Folge elf ein paar Tipps gegen schlechte Laune für dich.

Falls du nicht gerne bei deiner Familie bist, wo alle anderen vergeben sind, höre mal in Folge 15 rein, in der ich über die Suche nach Liebe rede.

Bist du in der Anwesenheit bestimmter Personen immer schüchtern und es fehlt dir an Selbstbewusstsein? Dann höre mal in das Interview in Folge 18 rein, in der eine ausgebildete Trainerin dir Tipps gibt.

Wie du siehst, gibt es viele Möglichkeiten alleine auf meinem Podcast und da draußen sind ja noch so viele mehr mit hilfreichen Inhalten. Ich wünsche dir also viel Spaß bei deiner Reise zu dir selbst und wünsche dir eine entspannte Osterzeit alleine oder mit anderen.

Ganz viele Grüße

unterschrift ilka brühl

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.