Der kreative Flow – Interview mit Roberta Bergmann

Der kreative Flow – Interview mit Roberta Bergmann

Folge 19 - der kreative Flow

In dieser Folge habe ich Roberta Bergmann zu Gast, Grafikdesignerin, Illustratorin, Buchautorin, freie Künstlerin – kurz Kreativschaffende, wie sie selbst so schön sagt. Dieses Interview unterscheidet sich von den bisherigen, weil wir es nicht per Internet geführt haben, sondern sie bei mir Zuhause war. Glücklicherweise wohnt Roberta nämlich ebenfalls in Braunschweig. Vor einiger Zeit hatte ich sie entdeckt und wollte sie auch direkt in den Podcast einladen, weil es sehr selten vorkommt, dass Leute, die ich über Social Media kennenlerne aus der Nähe kommen. Doch irgendwie bin ich darüber hinweggekommen, sie anzuschreiben.

Als mich dann ein paar Wochen später eine Nachricht von Roberta erreichte, habe ich es als Schicksaal gesehen, dass wir uns mal treffen, was wir beim ersten Mal ganz unverbindlich in einer Bar getan haben, wobei sie mir direkt unglaublich sympathisch war. Einerseits liegt das an ihrer Art, wir können einfach ununterbrochen reden, ohne dass es langweilig wird und andererseits war es so toll zu sehen, dass auch Roberta vor Ideen platzt und gar nicht genug Zeit hat, die alle umzusetzen. Aber sie ist eine richtige Powerfrau, die nicht lange darüber redet und einfach macht – sowas liebe ich.

Etwas später haben wir uns dann bei ihr getroffen, um eine Folge für ihren Podcast „Der kreative Flow“ aufzunehmen und jetzt war sie in der zweiten Runde bei mir. So kam es zu einem gemütlichen Wohnzimmer-Talk, bei dem sich auch meine Katzen hin und wieder zu Wort melden.

Wir reden darüber, warum Roberta ihren Podcast gestartet hat und wie viel Spaß uns das macht. Denn wir sind beide davon überzeugt, dass etwas nur gut werden kann, wenn man wirklich Lust darauf hat und es einen persönlich interessiert. Das Ziel von ihrem Podcast ist es, Leute zu animieren, kreativ zu werden. Das mag als Podcast erstmal ungewöhnlich wirken, weil das Visuelle von beispielsweise YouTube fehlt, aber es funktioniert richtig gut, so kann sogar nebenbei beim Hören kreativ sein.

Der kreative Flow ist für Roberta ein Zustand, in dem man wirklich gut kreativ sein kann. Manche kommen da sehr leicht rein, manche nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. In ihrem Buch, das ebenfalls „der kreative Flow“ heißt, unterteilt sie die Menschen in vier Kreativtypen, wobei wir alle eine Mischform aus diesen Typen sind. Das ist keine schwarz-weiß-Einteilung, aber es lassen sich Tendenzen erkennen. Dieses Wissen kann auch bei der Arbeit im Team weiterhelfen, weil man die Stärken und Schwächen der einzelnen Teammitglieder kennt und weiß, was und wer sich gut ergänzen oder auch abstoßen. Das hat viel mit Selbst- und Fremdwahrnehmung zu tun.

Wir reden auch darüber, wie man seine Träume verwirklicht, wenn die erst noch zu groß erscheinen. Roberta erzählt, wie sie bei ihrem ersten Sachbuch „Die Grundlagen des Gestaltens“ mit Zweifeln gekämpft hat und richtig Angst bekommen hat, weil sie ein Jahr später das Buch an den Verlag abgeben musste. Aber es hilft, wenn man ein großes Projekt auf kleinere Ziele runterbricht. Sie hat also bewusst nicht an die ganzen 300 Seiten gedacht, sondern sich immer auf kleinere Etappen konzentriert. Außerdem verrät sie, dass das Endergebnis häufig anders wird, als gedacht und das überhaupt nicht schlimm ist. Zudem stellen wir nochmal heraus, dass jeder Mensch eine andere Art zu arbeiten hat und wir es nicht verstehen, wenn jemand einem seine eigene Meinung oder Arbeitsweise aufdrücken will. Gerade am Anfang vertraut man ja vermeintlich erfahreneren Leuten, doch manchmal deuten wir das auch falsch. Wie Roberta so schön sagt, reden manche Menschen nur überzeugter und können ihre Meinung besser vertreten. Das heißt aber keineswegs, dass es der Wahrheit entspricht. Deshalb ist es wichtig – gerade für Frauen – ein bisschen selbstbewusst den eigenen Standpunkt zu vertreten.

Mittlerweile bin ich mit einem normalen, guten Selbstbewusstsein gesegnet und es fällt mir sehr leicht, meine Botschaft und Fotos überall zu teilen. Doch aus irgendeinem Grund schiebe ich mein Bilderbuch immer weiter auf und habe mich auch lange Zeit nicht getraut meine Illustrationen im Internet zu zeigen. Robertas Meinung dazu ist, dass es einfach noch ungewohnt ist und ich mich wahrscheinlich nur nicht mehr an die Zeit erinnere, als mir das andere auch schwerfiel. Die einzige Lösung ist also, die Sachen ganz bewusst immer wieder zu zeigen und auch das Bilderbuch einfach rauszubringen. Mit jedem Mal werde ich dann selbstbewusster und irgendwann fällt mir auch das total leicht.

Kreativität wird für verschiedenste Zwecke in der Therapie eingesetzt, weil es eine positive Wirkung auf unsere Stimmung hat. Als ich Roberta gefragt habe, ob sie Kreativität gezielt einsetzt, um glücklich zu sein, hat sie erzählt, dass es bei ihr eher zu einer Hemmung der Kreativität führt. Wenn sie schlecht drauf ist oder traurig ist, kann sie auch nicht kreativ werden. Ist sie hingegen glücklich, kann sie auch kreativ sein. Das wird bei ihr aber daran liegen, dass sie ja eh immer kreativ ist. Wenn sie wirklich traurig ist, hilft ihr eher Ablenkung, etwas wo sie passiv sein kann.

Bei mir ist es so, wenn ich wirklich richtig traurig bin oder so, kann ich in dem Moment nicht direkt kreativ sein. Aber wenn ich nur leicht genervt bin, der Tag nicht so toll war, ich gestresst bin oder ähnliches, hebt Kreativsein meine Lauen unglaublich.

Sachbücher, als ein Kinderbuch, wenn ihr ein Buch von ihr kaufen wollt, schreibt sie am besten an oder bestellt bei ihr im Webshop

Ihr abschließender Rat für euch ist, Leuten auch mal zu sagen, wenn sie etwas gut machen. Man nimmt das häufig für selbstverständlich hin, aber es kann so viel bewirken, wenn man sich auch mal lobt und nicht immer nur sagt, was man nicht mag.

Wir haben uns übrigens vorgenommen in den nächsten zehn Jahren jeweils jährlich das Interview zu wiederholen, also hört ihr Roberta noch wieder.

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